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Frage: Filip, du bist in diesem Jahr in London mit dem legendären Deutschlandachter Olympiasieger geworden und Ihr seid grade zur Mannschaft des Jahres 2012 gewählt worden. Damals haben euch 35.000 Zuschauer auf der Tribüne zugejubelt und Millionen Menschen vor dem Fernseher mitgefiebert. Wie hast du selbst dieses Olympische Finale erlebt?

Filip Adamski: In so einem Rennen habe ich gar keine Gelegenheit so wirklich mitzudenken und habe mich nur auf die Briten und uns konzentriert. Daher ist dieses Rennen auch irgendwie teilweise an mit vorbeigegangen. In diesem Moment habe ich mich nur auf meine Aufgaben im Boot konzentriert.

Frage: Im Ziel war dann bei allen die Freude natürlich riesengroß und für den Zuschauer sieht das alles immer so leicht aus. In der Saison habt ihr einen Sieg nach dem nächsten eingefahren und im Finale dann auch vom Start des Rennens an geführt. Aber was steckt eigentlich an Arbeit hinter diesem Erfolg? Wie sah euer Alltag in den letzten Wochen und Monate der Vorbereitung aus??

Filip Adamski: Ja, wir müssen schon sehr viel trainieren. Das sieht so aus, dass wir morgen um 6 Uhr aufstehen, frühstücken und um 7 Uhr das erste Mal trainieren. Die Einheit dauert etwa 90 bis 120 Minuten. Danach gibt es ein zweites Frühstück. Das Essen ist bei uns Sportlern ein Muss, um die nötige Energie zuzuführen. Auch, wenn einem häufig der Appetit fehlt. Zwischen 10 und 11 Uhr beginnt die zweite Trainingseinheit. Die ist mit 60 bis 75 Minuten etwas kürzer. Dann gibt es Mittagessen und anschließend ein zwingende Mittagspause. Da wird vom Trainer drauf geachtet, dass wir uns auch wirklich körperlich ausruhen und entspannen. Um etwa 15.30 haben wir dann noch einmal 120 Minuten trainiert. Danach an manchen Tagen noch Physiotherapie. Zwischen 18 und 19 Uhr kommt man dann ziemlich kaputt nach Hause und dann kommen noch solche Sachen wie einkaufen, aufräumen, für die Uni lernen und ähnliche Dinge. Und da wir an sieben Tagen in der Woche trainieren, war es also ein enormer Aufwand für uns Sportler und für andere Dinge blieb nicht wirklich Zeit.

Frage: Das alles liegt jetzt etwa 3 Monate zurück. Am 1. August war das Achterfinale. Was hat euch nach der Rückkehr in Deutschland erwartet? Was hast du seit dem gemacht? Wir haben an deinem Test gerade gesehen, trainiert wohl nicht so viel…

Filip Adamski: In den letzten Wochen hatten wir in etwa 100 Termine für Ehrungen, Interviews, Fernsehsendungen, Empfänge und vieles mehr. Das kennen wir Ruderer so gar nicht. Da bin ich wirklich froh, dass wir zu neunt im Boot sind und uns die Termine ein wenig untereinander aufteilen können. Meist gehen wir zu zweit oder dritt zu einem Termin. Es gibt aber natürlich auch Termine, wie z.B. Wetten, dass…? oder Termine mit dem Sponsor und dann die großen Ehrungen zu denen wir alle gemeinsam gehen. Durch diese Aufteilung habe ich dann doch etwas von meinem Alltag und kann z.B. mal mit meiner Freundin ein Eis essen gehen. Und dann habe ich im September angefangen zu arbeiten und mich wieder um die Uni zu kümmern. Das Studium hat in den letzten Jahren sehr gelitten und von daher werde ich mich in Zukunft auf meine berufliche Karriere konzentrieren

Frage: Auch als Zuschauer waren die Olympische Spiele ein tolles Ereignis. Vor Ort und vor dem Fernseher waren die Erlebnisse beeindruckend. Was bleibt bei dir, abgesehen natürlich von deiner Goldmedaille, von den Olympischen Spielen 2012 besonders in Erinnerung?

Filip Adamski: Was mich wirklich positiv überrascht hat, war die unglaubliche Freundlichkeit, die Fairness und das „Gentleman like“ der Briten uns gegenüber. Das habe ich aus London auf jeden Fall mitgenommen. Die absolute Sportbegeisterung und das faire Miteinander in der ganzen Stadt. Eine Reise nach London kann ich daher nur empfehlen.

Zurück   (17.12.2012)