Nicht eingeloggt | Einloggen für Personal
Interview mit Anne Müller

Interview mit Anne Müller (Borussia Dortmund Handball, Deutsche Handball Nationalmannschaft) vor der Frauen Handballweltmeisterschaft in Deutschland

1. Was erwartest du dieses Jahr von der Mannschaft (BVB)? Welche Ziele habt ihr euch gesetzt?

Ich denke die Vorbereitung lief nach unseren Vorstellungen, denn wir konnten währenddessen sehr gute Ergebnisse erzielen. Personell gesehen, freuen wir uns natürlich über die Rückkehr von Nadja Mansson, hier erhoffen wir uns speziell im Rückraum nun einen Vorteil. Letztes Jahr haben wir uns im Rückraum eher schwer getan und haben einfache Tore nicht erzielt. Daher erwarte ich, dass wir diese Saison, durch die personellen Veränderungen, nun besser aufgestellt sind und unsere Ziele umsetzen können. Nach den ersten Spielen, ist es schwierig schon Prognosen für die Saison abzugeben, aber ich erwarte, dass wir nicht so wie letzte Saison, solche Spiele wie in Nellingen letztes Jahr, mit 10 oder 12 Toren verlieren. Für die Saison ist das Ziel, dass wir uns im oberen Teil der Tabelle festsetzen und unseren Platz behaupten können.

2. Wie beurteilst du die sportwissenschaftliche Begleitung durch das Institut?

Ich denke wir haben hier sehr gute Möglichkeiten individuell Pläne zu erstellen, die uns dabei helfen zu erkennen wo unsere Schwächen liegen und diese dann gezielt zu trainieren. Wir werden nun schon seit drei Jahren sportwissenschaftlich begleitet und die Sprung-, Sprint- und Rumpftests sind mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Vorbereitung. Die Tests werden vor und nach der Vorbereitung durchgeführt. Für uns ist es dann sehr interessant zu beobachten, wie wir uns durch die Vorbereitung entwickeln. Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Tests, sind vor allem auch die verletzungsvorbeugenden Maßnahmen, die wir mitgeteilt bekommen. Hier kann man nochmal individuelle Schwächen erkennen und dementsprechend individuelle verletzungsvorbeugende Trainingspläne erstellen. Ich denke, dass uns das Sportinstitut eine sehr gute Betreuung bietet und wir uns dadurch effektiver weiterentwickeln können.

3. Wie siehst du die Zukunft des Damenhandballs?

Im Dezember kommt die WM ins eigenen Land (01.12 – 17.12) und ich glaube, dass wird eine Art Meilenstein sein. Schneiden wir gut ab, kann das ein Schub für den Damenhandball bedeuten. Schneiden wir allerdings schlecht ab, dann wird es mit der Damenhandballeuphorie schwieriger, das soll nicht heißen, dass der Damenhandball dann untergehen wird, aber ich glaube es könnte schwieriger für dessen Akzeptanz werden. Momentan wird im Damenhandball einiges in Gang gesetzt, vor allem die Arbeit für und mit der Nationalmannschaft ist sehr positiv und sollte aufrechtgehalten werden. Schwierig ist jedoch immer das Thema nach dem Geld, da eben nicht sehr viel davon in diesem Sport steckt. Allein diese Saison haben wir wieder ein negatives Beispiel dafür bekommen. Obwohl Leipzig jahrelang oben mitgespielt hat, sind sie untergegangen. Das ist etwas was man definitiv verhindern sollte, damit die Bundesliga weiterhin ein solider Bereich des Damenhandballs bleibt. Beim BVB ist auch nicht alles Gold was glänzt, aber wir sind trotzdem, was das Finanzielle angeht, gut aufgestellt. Für die Bundesliga hoffe ich, dass die anderen Vereine das genauso hinkriegen werden und nicht aufgrund finanzieller Verluste untergehen. Speziell für die jungen Spielerinnen hoffe ich, dass die Jugend vermehrt mitgenommen wird und dass man aus den Möglichkeiten die wir haben, das Beste rausholt. Es ist nun mal nicht viel Geld im Damenhandball vorhanden, aber wenn man solche Möglichkeiten hat, so wie wir mit der TU Dortmund und speziell mit der sportwissenschaftlichen Unterstützung, dann sollte man das auch wahrnehmen. Es gibt noch viel Potenzial nach oben, es gibt noch viel was man machen kann und den Damenhandball wird es in der Zukunft definitiv immer noch geben, wenn man alle Möglichkeiten nutzt.

Zurück   (15.11.2017)